BUNKER // Besonders gesicherte Hafträume. Ein Einblick in das Unbekannte, in ein Gewirr aus psychischer Belastung, Minimalismus und Farbe

Gefängniszelle Besonders gesicherter Haftraum BgH Bunker

Mit dem Tag der Inhaftierung verliert der Gefangene schlagartig alle gewohnten Lebensbezüge. Plötzlich sieht er sich einer übermächtigen Institution ausgeliefert. Allein die Ausstattung mit uniformeller Anstaltskleidung verdeutlicht, dass man sich nun nicht mehr von den anderen Straftätern unterscheidet, wohl aber von den Menschen außerhalb der Institution. Von nun an werden alle Lebensbereiche des Gefangenen kontrolliert und geregelt. Bei einigen wächst die psychische Belastung, seelische Spannungen bauen sich auf  und entladen sich unter Umständen in gewaltsamen Handlungen gegenüber Mit- gefangenen oder Bediensteten, nicht selten auch gegen die eigene Person. Zum Schutz der Gesellschaft eingesperrt, folgt in diesem Fall nun die Isolation innerhalb der Institution. Die temporäre Unterbringung in einem besonders gesicherten Haftraum widerfährt nur wenigen Inhaftierten und geht zum Schutz des Gefangenen mit einer lückenlosen Überwachung einher.

 

Nahezu bildlich für den sozialen Abstieg kann die Tatsache gewertet werden, dass sich die besonders  gesicherten Hafträume fast ausnahmslos in den Kellergeschossen der Justizvollzugsanstalten befinden. Es braucht mehr oder weniger Zeit um aus diesem  Keller der Gesellschaft wieder nach oben zu steigen. Vielleicht auch an den Anfang eines anderen Lebens.

PRÄSENZ // Junge Menschen mit körperlichem Handicap. Eine Aufforderung zum Hinsehen.

In meiner Heimatstadt ist eine Einrichtung ansässig, die es u.a. jungen, körperbehinderten Menschen ermöglicht Berufs-ausbildungen in verschiedensten kaufmännischen und handwerklichen Berufen zu absolvieren. Während ihrer Ausbildung leben und arbeiten die Jugendlichen in der Einrichtung, die so für die Dauer von mehreren Jahren zu ihrer zweiten Heimat wird. Hier traf ich auf Menschen die sich trotz ihres Handicap nicht verstellen und uns auffordern der Wahrheit ins Gesicht zu blicken. Menschen mit Behinderungen unterliegen häufig dem Phänomen von Aussenstehenden nicht beachtet, bzw. mitleidig betrachtet zu werden. Das mag zum einen daran liegen, dass ein Grossteil der Gesellschaft wenig oder keine Berührungspunkte mit behinderten Menschen hat, zum anderen daran, dass das „Unbekannte“ zunächst eine natürliche Barriere errichtet.

 

Diese jungen Leute sind ebenso wie Jugendliche ohne Behinderungen, sie geniessen die Gemeinschaft, gestalten ihr Leben und ihre Freizeit, haben Spass oder auch Sorgen und sie können herzlich über sich selber und andere lachen. Trotz aller Ausgrenzungen, sie sind präsent und wollen es auch sein!

SPORT // Alles was uns bewegt.